Ein bisschen Farbenlehre

In der Pferdezucht unterscheidet man Rappen, Braune, Füchse, Falben, Schecken und weiße Pferde. Bei den Weißen muss zusätzlich zwischen den verblassenden Schimmel, den stichelhaarigen Dauerschimmel (Roan) und den echten Weißgeborenen unterschieden werden. Die Weißgeborenen, auch Atlasschimmel oder Perlfarbene genannt, fanden bereits im Mittelalter besondere Abnehmer. In der Zeit der Hofgestüte waren Weißgeborene ein begehrtes Zuchtziel. Weißgeborene zogen Staatskarossen, wurden zur Krönung geritten und waren die Leibpferde der Könige. Die Tigerung gilt als besondere Form der Pferdefarbe, die erst mit dem ausgehenden 16. Jahrhundert in Mitteleuropa bekannt wurde. In dieser Zeit galt das altspanische Pferd mit seinen geschwungenen Körperlinien, dem Ramskopf und den feinen Gliedmaßen als Weltmodepferd. In der heutigen Zeit geht man davon aus, dass es sich bei der Zucht der weißgeborenen Pferde um eine der ältesten, gerichteten züchterischen Maßnahmen der Tierzucht handelt.