Die Entstehung der Knabstrupper-Rasse

Die Entstehung der Knabstrupper Rasse ist eng und untrennbar mit der einst weltberühmten dänischen Frederiksborger verbunden. Mit andalusischen und neapolitanischen Hengsten vereint ist der Knabstrupper eine alte Kulturrasse die mit dem Hengstlinienbegründer Pluto und der Stute Deflorata die Lipizzaner Zucht stark beeinflusst.

Ob in China, Persien oder in Europa, überall gab es, wenn auch selten, getigerte Pferde schon in früher Zeit, so auch in Dänemark. Dänemark, das älteste bestehende Königreich der Welt, gilt traditionell als Seefahrernation, die durch die Wikinger der Welt das Fürchten lehrte und die dem Römerreich eine Grenze nach Norden bot. Auf den fruchtbaren Weiden grasten aber schon seit eh und je gute Pferde. Die Notizen eines französischen Priesters belegen, der im 12. Jahrhundert an seinen König schrieb, dass die Dänen über eine hervorragende Pferdezucht verfügten, die alles überragte, was er bisher gesehen hatte. 1536 gründete Frederik II. das königliche Gestüt „Frederiksborg“. Im Jahr 1660 wird zum ersten Mal ein getigerter Stammhengst namentlich erwähnt. Aber wir wissen aus der Farbvererbung, dass der Tigerschecke nur die schwächere Variante der Farbvererbung, während die stärkste Farbvariante der Weißgeborene ist. So entstand mit der Zeit durch Verstärkung der Gene die Zucht der einst berühmten dänischen Frederiksborger - Weißgeborenen. Major Lunn kaufte  von einem Pferdehändler namens Flaebe eine gefleckte Stute, die dann ebenfalls so nannte. Ein solches Pferd war wie geschaffen für die Knabstrupperzucht. Sie war von der alten spanischen Rasse und hatte Leistung gezeigt. Allein die Reise über Tausende von Kilometern von ihrem Heimatland Spanien nach Dänemark kennzeichnete sie als würdige Stammutter und Gründerin der Knabstrupperzucht. Gedeckt wurde die Stute 1812 mit einem isabellfarbenen Frederiksborger Hengst. Das Ergebnis war ein Flaebehengst. Damals schon bezeichnete M. Lunn die Knabstrupper als eigenständige Rasse, da einzelne Tiere auf Grund ihrer konstanten Eigenschaften auch beim Fehlen der typischen Farbe mit großer Sicherheit als Knabstrupper erkannt werden konnten.

Erst Anfang der 70er Jahre wurde der dänische Knabstrupper-Verein landesdeckend und hieß somit “Knabstrupper-Foreningen for Danmark“. Heute gibt es leider nur mehr ein paar Hundert „echte Knabstrupper“ weltweit. Im Jahre 1994 gelang es einigen deutschen und dänischen Züchtern eine Änderung in der dänischen Zuchtzielbeschreibung. Dabei müssen beim Knabstrupper mind. 6 der 8 Vorfahren in der dritten Generation als Knabstrupper eingetragen sein.

Seit 1998 betreiben Mathie und Martin Piffl als Erste in Österreich die selten gewordene Knabstrupper-Reinzucht und haben mit der Gründung der Sektion Knabstrupper einen Grundstein in der Österreichischen Knabstrupper Zucht gelegt.